Bommel
*24.06.1994 † 17.11.2009

Geboren als Golden Retriever, am 24.06.1994 bekam er vom Züchter den Namen "Enno vom Uplengener Land"
In seiner Jugend war er ein richtiger Draufgänger.
Hätte er Enkelkinder gehabt hätte er ihnen erzählt, wie gut ein Bad in frischer Gülle tut,
oder von dem hirnauschaltenden Duft läufiger Hündinnen,
und seinen aufregenden Alleingängen .
Andere Rüden hatten es in seiner Nähe auch nicht gerade leicht.
Kontakte endeten meist in einer Raufferei,
und die Butter lies er sich dabei nicht vom Brot nehmen.
In Nachhinein kann mich kaum ein Verhalten eines Hundes schocken,
nach 7 Jahren mit einem unkastrierten Bommel an der Seite, der mich viel lehrte.
Besonders
wie ein einziger Hund
es immer wieder schafft, einen in den Wahnsinn zu treiben.
Ein kleiner Auszug
Eines schönen Tages, wir machten gerade eine schöne Tour mit Inlinern,
machte er auf dem Absatz kehrt und lief und lief in Richtung Landstraße.
Dort fand ich ihn dann mit der Nase an dem Hinterteil einer Hündin wieder.
Der Fahrer des Autos, welches an der Seite hielt, berichtete dann, das er ihn angefahren
hätte, Bommel sich mehrfach überschlagen hat und dann aufstand und weiter zur Hündin schlenderte.
Zum Glück ist allen Beteiligten bei der Geschichte nichts passiert.
Jedenfalls nicht in dem Moment, kurz danach habe ich mich endlich dazu durchringen können
ihn kastrieren zu lassen. Der wohl beste Entschluss unseres Zusammenlebends.
Rüdenmachtkämpfe gab es nur noch vereinzelnd mit Erzfeinden
(wenn es versehentlich dazu kam)
Alleingänge waren innerhalb kürzester Zeit Geschichte.
Es war als hätte man ihm bei der Kastra die Ohren durchgespült.
Nach so langer Zeit begann ein stressfreies entspanntes Zusammenleben auf beiden Seiten.
Er war aufnahmefähig und lernte nach vielen Jahren mit Begeisterung viele Dinge,
vom normalen Gehorsam bis hin zu Tricks und apportieren.
Hatte entspannten Hundekontakt und lernte sogar
nach all den Jahren einen Rüden kennen,
der bis zum Schluß sein bester Freund war.
Beagle Kenny
Auch wenn er mir in heiklen Momenten immer zeigte das ich ihm wichtig bin,
so zeigte er es mir jetz immer. Ich wurde zu seinem Mittelpunkt.
Auch wenn die ersten Jahre anstrengend, nervenaufreibend waren,
mir oft die Tränen kamen, aus Wut, Hilflosigkeit, habe ich es nie bereut ihn bei mir zu haben.
Er war von Anfang an etwas Besonderes, und ist es immer geblieben.
15 Jahre durften wir miteinander verbringen.
Die letzen Jahre geplagt von Spondylose, Taubheit,
Probleme mit der Bauchspeicheldrüse, Demenz
und anderen Alterserscheinungen.
Gerade die Demenz hat uns viele schlaflose Nächte bereitet.
Stundenlanges desorientieres rumlaufen
mit hilflosem Gebelle
haben uns beide mehr als fertig gemacht.
Mit Tabletten haben wir das aber rellativ gut in den Griff bekommen.
Seine Lebendsfreude hat er aber trotz allem nie verloren.
Bis kurz vor seinem Tot liebte er die Spaziergänge, wälzen im Garten,
und seine Augen strahlten sobald er den Futterbeutel erblickte.
Für Futter war er immer zu begeistern,
und holte alles aus sich raus um etwas
zu bekommen.
Auch wenn er dazu zum Teil sehr nervige Methoden hatte.
Wie zum Beispiel Bekannte penetrant anzubellen und bei nicht reagieren feste anzustupsen.
Für Tage an denen seine Hinterbeine nicht so wollen wie er, hatte ich einen Rolli angeschafft.
Er schien damit klarzukommen, denn war er erstmal eingespannt ist sein Tempo um einiges schneller
geworden. Er tolerierte ihn problemlos und war damit manchmal schon fast zu schnell.
Nachdem ich in Foren gute Tips über veschiedene Zusätze bei Arthrose erhalten habe
brauchte er auch seine Schuhe nicht mehr. Sein Gang war vorher so schlurfend das er sich
die Ballen und Krallen an den Hinterläufen zum Teil blutig gelaufen hat.
Auch als Rudelführer von Mia und Ando machte er sich immernoch klasse.
Nach 11 Jahren als Einzelhund hat er sich mit dem Zuwachs gut zusammengerauft.
Er gab ihnen bei Unsicherheit Halt und verhielt sich sehr souverän den anderen gegenüber.
Die Fronten waren ganz klar und wurden ohne große Machtkämpfe geklärt ,
was das Zusammenleben unter den Dreien zu einem entspannten machte.
Wenn es ihm doch mal zu bunt wurde reichte ein Blick oder mal ein kurzes WUFF.
Damit schaffte er es sogar, wenn die anderen beiden in seiner Nähe zB getobt haben,
das sie das toben unterbrachen und sich ruhig und entspannt hinlegten.
Ich habe viel von ihm gelernt, gerade auch was die Sprache der Hunde betrifft.
So konnte ich nach langem beobachten, Blicke oder Körperhaltungen anwenden
um mit meinen Hunden zu kommunizieren, und es funktioniert oft besser als Worte.
Nach fast 15 1/2 Jahren musste ich ihn gehen lassen.
Er konnte, mochte nicht mehr fressen und baute in kurzer Zeit sehr ab.
Die letzen Tage hatte er keine Kraft mehr alleine aufzustehen.
Er zeigte mir sehr deutlich das er nicht mehr kann.
Er war für mich etwas ganz besonderes, ein Hund den es so nie wieder geben wird.
